Welche Angaben gehören in eine Rechnung?

Führt ein Unternehmer eine Lieferung oder Leistung an ein anderes Unternehmen oder an eine juristische Person ohne Unternehmereigenschaft aus, verpflichtet ihn das Gesetz gem. § 14 Abs. 2 UStG dazu, innerhalb von sechs Monaten nach Leistungserbringung eine Rechnung auszustellen.

Rechnungen müssen nach geltendem Recht gem. § 14 Abs. 4 i.V.m. § 14a Abs. 5 UStG folgende Angaben enthalten:

Bildquelle: pixabay.com / geralt
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  1. Vollständiger Name und Anschrift des leistenden Unternehmers und des Leistungsempfängers sowie des Rechnungsempfängers,
  2. Steuernummer oder Umsatzsteueridentifikationsnummer des leistenden Unternehmers,
  3. Ausstellungsdatum der Rechnung,
  4. Fortlaufende Rechnungsnummer,
  5. Menge und handelsübliche Bezeichnung der gelieferten Gegenstände oder Art und Umfang der sonstigen Leistung; keine Bezeichnungen allgemeiner Art,
  6. Zeitpunkt der Lieferung bzw. Zeitraum der Leistung,
  7. Netto-Entgelt für die Lieferung oder sonstige Leistung nach Steuersätzen und einzelnen Steuerbefreiungen aufgeschlüsselt,
  8. Im Voraus vereinbarte Minderungen des Entgelts (z. B. Skonti, Boni, Rabatte). Der Minderungsbetrag kann als Netto- oder Bruttowert oder in Prozent angegeben werden.
  9. Anzuwendender Steuersatz sowie auf das Entgelt entfallender Steuerbetrag oder einen Hinweis auf Steuerbefreiung. Eine kurze Angabe, wie z. B. ‚steuerfreie Ausfuhr‘, ‚steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung‘, ‚steuerfreie Vermittlung einer Ausfuhrlieferung‘ genügt.
  10. Ggf. Hinweis auf Steuerschuld des Leistungsempfängers. Liegt eine Steuerschuldumkehr vor, ist ein Hinweis darauf erforderlich. Folgende Formulierung ist seit 2013 vorgeschrieben: „Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers“.

Zur Vereinfachung bei der Rechnungserstellung kann bei Rechnungen, deren Gesamtbetrag nicht mehr als 150,00 EUR ausweist (sog. Kleinbetragsrechnungen), auf bestimmte Angaben in der Rechnung verzichtet werden, wie z. B. Kauf von Büromaterial, Bücher-, Getränkelieferung, Hotel-Übernachtungen.

Offene Forderungen – So behalten Sie den Überblick

Verspätete Zahlungen sind mehr als ärgerlich. Sie bringen nicht nur Ihre betrieblichen Abläufe ins Stocken, sondern können die Liquidität Ihres Unternehmens gefährden und im schlimmsten Fall sogar existenzbedrohend sein.

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Wie erkenne ich Anzeichen für einen Forderungsausfall rechtzeitig?

Forderungsausfälle kündigen sich häufig mit Signalen und Anzeichen der Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation Ihres Kunden an, die es rechtzeitig zu sehen und richtig zu deuten gilt. Zum einen gibt es betriebliche Merkmale, die Ihnen bereits in Ihrem Tagesgeschäft auffallen können: Häufig wechselnde Ansprechpartner, bedingt durch einen häufigen Personalwechsel, Entlassungen und Kurzarbeit. Auch die Schließung von Niederlassungen oder die Verlegung des Geschäftssitzes in eine schlechtere Lage können Anzeichen dafür sein, dass Ihr Kunde in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten ist.

1. Bestell- und Zahlungsverhalten          

Können Sie Änderungen im Bestellverhalten Ihres Kunden beobachten, gilt es aufmerksam zu werden. Wenn der Kunde z.B. auffällig viel ordert, könnte bei anderen Lieferanten bereits eine Liefersperre bestehen. Auch ein verändertes Zahlungsverhalten ist ein Indiz für eine Veränderung seiner finanziellen Situation. Nutzte er früher Skonto und schöpft nun das Zahlungsziel aus oder fragt sogar nach längeren Zahlungszielen, ist Vorsicht geboten. Ebenso wenn statt der fälligen Gesamtsumme nur eine Teilzahlung auf Ihrem Konto eingeht. Gleiches gilt für die Zahlungsweise: Wechselt Ihr Kunde seine Bankverbindung oder zahlt er entgegen der gewohnten Art in bar, könnte das ein möglicher Hinweis für eine Kontopfändung sein.

2. Reaktionen des Schuldners        

Sollte Ihr Schuldner seine Rechnung partout nicht zahlen, ist es ratsam, Ihre erste schriftliche Mahnung durch ein Telefonat mit dem Schuldner zu ergänzen. Auch hier gibt es bestimmte Reaktions- und Verhaltensweisen, die Sie stutzig machen sollten, wie z.B. die ständige Nichterreichbarkeit oder das Nichteinhalten mündlicher Zahlungszusagen. Ebenso verhält es sich mit dem mehrmaligen Anfordern von Rechnungskopien oder Liefernachweisen. Lässt er sich hingegen auf ein Gespräch mit Ihnen ein, bemerkt Mängel jedoch erst bei Ihrem Anruf oder sieht in teils ungerechtfertigten Mängeln die Ursache für die Herauszögerung seiner Zahlung, spricht das für eine Verschlechterung seiner Finanzen.

Mit einem wachen Bewusstsein für mögliche Anzeichen und Warnsignale können Sie rechtzeitig Maßnahmen zur Risikoprävention ergreifen und auf diese Weise weitreichende Konsequenzen für Ihr Unternehmen verhindern.

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